Das Schreckgespenst Euro- und Schuldenkrise hat sicherlich nicht seinen Anfang in Griechenland genommen. Doch vor allem dieses Land bekommt es stark zu spüren, was es heißt, wenn der Staat fast zahlungsunfähig wird. Dabei ist Griechenland ein Land, in dem die Arbeitnehmer 40 Wochenstunden arbeiten. Die Produktivität allerdings ist nicht so hoch wie in Deutschland. Oftmals fehlt es an ausgebildeten Fachkräften, was das Arbeiten bzw. die Effizienz in Firmen in Griechenland doch etwas hemmt. Dabei kommen für die Arbeitnehmer in Griechenland Tag für Tag neue Schreckensmeldungen. Damit das Land die nötigen Gelder von der EU und dem Internationalen Währungsfonds erhalten kann, muss gespart werden.
Dies hat sich bisher vor allem an den Sozialleistungen bemerkbar gemacht. Nun aber nimmt der griechische Regierungschef Papdimos auch die Gewerkschaften des Landes ins Gebet. Denn die Auszahlung der nächsten Kredit-Tranche durch die EU und den IMF darf nicht gefährdet werden. Die Folge wird sein, dass sich die griechischen Arbeitnehmer auf weitere Lohnkürzungen einstellen müssen, sonst droht nach wie vor der Staatsbankrott. Der griechische Regierungschef fordert dabei eine Anpassung an die Realität bei den Lohnverhandlungen. Ansonsten drohe auch eine massive, vertikale Einkommensentwertung. Und dies könnte dann zu einem Ausstieg aus der Eurozone führen.
Eisige Ablehnung weiterer Kürzungen
Die neuen Pläne stoßen jedoch bei den Gewerkschaften auf eisige Ablehnung. Dabei wird gefordert, dass der nationale kollektive Tarifvertrag und auch der darin vereinbarte Mindestlohn sowie die 13. und 14. Monatsgehälter nicht zur Disposition stehen. Dabei wurden diese den Angestellten im öffentlichen Dienst bereits gestrichen.
Tatsache ist, dass vor allem Arbeiter und Rentner durch die Krise unverhältnismäßig hoch belastet wurden. Ein Spielraum für weitere Kürzungen besteht nicht. Auch Rücknahmen von Arbeitnehmerrechten werden durch die Gewerkschaft nicht hingenommen.